Notizen · Unterwegs · 13.07.2026
Continental RoadAttack 4: Sänfte mit Eigenleben
Teil 3 der Reifen-Serie: Der RoadAttack 4 kam auf Empfehlung auf die Multistrada — und hat mich gleichzeitig beeindruckt und ratlos zurückgelassen.
Die starke Seite
Die Dämpfungseigenschaften sind mega. Man fährt über Gullideckel und spürt: nichts. Viel Gummi in der Mitte, satter Geradeauslauf — für die Langstrecke ist dieser Pneu eine echte Empfehlung, und die Nasshaftung ist wunderbar. Wer vor allem Strecke macht, bekommt hier Komfort, den sonst kaum ein Sport-Touring-Reifen bietet.
Das Eigenleben
Ab 3000 bis 4000 Kilometern wirkt der Reifen bei mir zunehmend schwammig. Abhilfe schafft nur massiv erhöhter Luftdruck — bei mir mindestens 3 bis 3,5 bar. Darunter und im kalten Zustand entwickelt der Pneu ein Eigenleben: Er eiert, wirkt weich und wird unberechenbar. Und wird er richtig warm, wird es nochmals schlimmer statt besser. (Das sind meine Erfahrungswerte auf diesem Bike — massgeblich bleiben die Freigaben von Reifen- und Motorradhersteller.)
Einsatzzweck
Für gemütliche bis zügige Langstrecke: gut geeignet, solange man den Druck im Auge behält. Für sportlich versierte Fahrerinnen und Fahrer auf einer Pikes Peak: eher nicht zu empfehlen — das diffuse Gefühl im Grenzbereich passt nicht zu einem Bike, das nach Schräglage verlangt.
Fazit: Ein Komfortwunder mit Ablaufdatum. Wer geradeaus reist, wird ihn lieben. Wer die Pikes Peak so bewegt, wie sie gebaut wurde, wird ihm nie ganz vertrauen.
Holger von Ellerts schreibt hier über KI, Agentic Commerce und Lehre — und gelegentlich über das Leben neben der Arbeit. Mehr über Holger